Mehrwertsteuer-Rückumstellung 2020 in SaniVision / FAQ

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Häufig gestellte Fragen:

1. Welche Vorbereitungen muss ich vor der Mehrwertsteuer-Rückumstellung treffen?
  • Prüfen Sie im Artikelstamm, ob die Preisdefinitionen (Festlegung der konstanten Werte, z.B. VK netto, Aufschlagssatz, Rabattsatz) in den Kassen- und Vertragspreisen korrekt eingestellt sind!
  • Prüfen Sie in den Belegkopfdaten die eingestellte Art der Summen-Berechnung (Brutto/ Netto)!
  • Prüfen Sie, ob in offenen Aufträgen bzw. Lieferscheinen das richtige Lieferdatum hinterlegt ist! Dieses ist ausschlaggebend für die Zuordnung des alten bzw. neuen Mwst-Satzes!
  • Versuchen Sie, Teillieferungen mit Stichtag-Überschneidung zu vermeiden! Erfassen Sie ausstehende Restmengen in einem neuen Auftrag!
  • Legen Sie in Vorbereitung auf das automatische Splitten der Sammelrechnungen nach alten und neuen Mwst.-Sätzen die zugehörigen alten und neuen Verordnungen in zwei getrennten Stapeln ab, um unnötigen Zeitverzug durch Sortierarbeiten am Abrechnungstag zu vermeiden!
  • Prüfen Sie die hinterlegten Erlös- und Wareneingangskonten für die alten und neuen Mehrwertsteuersätze!
  • Speichern Sie eine tagesaktuelle Datensicherung an einem sicheren Ort bzw. benennen Sie diese um, sodass sie nicht überschrieben werden kann!

2. Ist für die Mehrwertsteuer-Rückumstellung ein SaniVision Update notwendig?

Nein, ein SaniVision Update ist nicht notwendig. Dennoch stellen wir Ihnen mit Veröffentlichung der Version 172 einige komfortable Lösungen zur Erleichterung der Mehrwertsteuer-Rückumstellung und der Anwendung in den Belegen zur Verfügung.
Hinweis: Lediglich Nutzer einer älteren Programmversion als 169/29 oder 170/25 sollten ein Update auf die jeweils aktuelle Version einspielen, da wir für ältere Programmversionen keine Lösung zur Verfügung stellen können.

3. Wie setzt die Prozedur die Anpassung der Kassen- und Vertragspreise um?

Die Kassen- und Vertragspreise werden entsprechend der Vertragssituation auf Netto- bzw. Brutto-Basis neuberechnet. Entscheidend ist dabei die jeweils zugeordnete Preisdefinition.

4. Wie verhält sich die Anpassung der Privatpreise?

Die Privatpreise werden auf Brutto-Basis angeglichen.

5. Kann ich als Unternehmen selbst bestimmen, dass beim Privatpreis der Nettopreis die Grundlage für die MwSt.-Berechnung ist?

Nein, diese Möglichkeit wird durch unsere Prozedur nicht unterstützt. Im Nachhinein können Sie jedoch bei Bedarf über Preispflege/nach Filter den VK Brutto prozentual verändern.

6. Muss ich als ZASTpro-Nutzer die Preisdefinitionen in den Artikeln selbst einstellen?

Nein. Wenn Sie unseren ZASTpro nutzen, können Sie den Punkt für Ihre ZAST Artikel außer Acht lassen, da diese Einstellungen unser Artikelservice übernimmt. Ausgenommen sind hierbei alle Artikel, die Sie selbst pflegen!

7. Wie gehe ich vor, falls ich für die temporäre Anpassung der VK-Preise eine Umetikettierung der freiverkäuflichen Waren vorgenommen habe?

Zur Rückanpassung der VKs ist für eine Neuetikettierung ein Artikel Etikettendruck nach Lagermenge möglich.

8. Wie gehen wir mit Preisänderungen von Lieferanten ab dem 01.01.2021 um?

Sobald wir neue Listen vom Lieferanten bekommen, werden wir diese zeitnah unseren Kunden im Downloadbereich auf unsere Homepage zur Verfügung stellen.

9. Werden bei ZASTpro-Kunden in den Vertragsgruppen die MwSt.-Sätze ebenfalls umgestellt und eingespielt?

Ja, für die gepflegten Artikel werden alle Spezialpreise anhand der Vertragsdefinition neu berechnet.

10. Wird die Artikelübertragung für ZASTpro-Kunden nahtlos stattfinden?

Aufgrund der zahlreichen Umstellungen und Prüfungen in den kundenspezifischen Vertragskonfigurationen werden wir am 28.12. bis 31.12.2020 keine Artikelübertragungen durchführen können.
Hinweis: Es ist zwingend erforderlich, dass erst die Umstellung der Mehrwertsteuer in der SaniVision erfolgt ist.
Bitte schicken Sie uns nach erfolgreicher Umstellung eine Bestätigung per E-Mail an artikelservice@sanivision.de, damit wir die Artikelübertragung ab dem 01.01.2021 wieder aktivieren können.

11. Welche Belege werden automatisch mit welchen Mehrwertsteuersätzen berechnet? Welcher Eintrag ist entscheidend?

Ausschlaggebend für die Neuberechnung ist das Lieferdatum im Lieferschein. Wurde dieses nicht eingetragen, dann zählt das Erstellungsdatum des Lieferscheins.
Ab SaniVision Version 172 können die zu verarbeitenden Mwst.-Sätze anhand der neuen Checkbox "MwSt. fixiert" am Auftrag festgeschrieben und damit nicht durch Liefer-/Lieferscheindatum übersteuert werden.

12. Spielt der Versorgungszeitraum eine Rolle?

Nein, der Versorgungszeitraum wird bei der automatischen Mwst.-Zuordnung nicht berücksichtigt.

13. Welcher Umsatzsteuersatz ist bei Versorgungs- bzw. Fallpauschalen anzuwenden?

Bei Versorgungs- bzw. Fallpauschalen-Versorgungen samt Wartungen, Reparaturen und Nachbetreuungen von nicht teilbaren Leistungen ist das Ende des Leistungszeitraums maßgeblich, wenn die Leistung vollkommen ausgeführt ist. Endet die Leistung vorzeitig, z.B. durch Tod oder Kassenwechsel, ist der zu diesem Zeitpunkt geltende Steuersatz maßgeblich. Bei Folgepauschalen ist das aktuelle Leistungsdatum ausschlaggebend. Sofern der Abrechnungsmonat = Kalendermonat ist, gilt der MwSt-Satz aus dem Abrechnungmonat. Ggf. müssen jedoch die Vereinbarungen der Vertragsparteien berücksichtigt werden (z.B. bei monatsübergreifenden Pauschalen).
Von der AOKplus wird die Empfehlung gegeben, sich auch bei der Abrechnung von Versorgungspauschalen an dem am Tag der Abgabe geltenden Steuersatz zu orientieren. Bei Folgeversorgungen ist der erste Tag des Folgeversorgungszeitraums nach Auslaufen des zuvor gültigen Versorgungszeitraumes relevant. Beispiel: Läuft der erste Versorgungszeitraum am 25. Juli 2020 aus und für die Folgeversorgung ist eine Jahrespauschale vereinbart, beginnt die neue Pauschale am 26. Juli 2020 und läuft bis zum 25. Juli 2021; bei der Abrechnung ist (zunächst) der Umsatzsteuersatz in Höhe von 16 % anzuwenden. (Quelle: FAQ-Katalog der AOK-Gemeinschaft zur Umsetzung der temporären Umsatzsteuersenkung im 2. HJ 2020)

Bei Verträgen, die sowohl Kauf- als auch Pauschalpreis enthalten, sollte der am Tag der Abgabe geltende Steuersatz herangezogen werden. Bsp.: Bei einem pauschal vergüteten Badewannenlifter oder Sauerstoffkonzentratoren ist der Tag der Erstübergabe relevant. Bei Folgeversorgungen mit diesen Produkten ist der erste Tag des Folgeversorgungszeitraums relevant. Wenn ein Versorgungszeitraum am 25. Juli endet und für die Folgeversorgung ab diesem Zeitpunkt eine Jahrespauschale bis 25. Juli 2021 vereinbart wurde, dann liegt der Umsatzsteuersatz bei 16 Prozent.

Beim Kauf/Wiedereinsatz ist der Zeitpunkt der Leistungsausführung bzw. Abgabe für die Höhe der Mehrwertsteuer relevant. Dies gilt auch für Wartungen und Reparaturen.

Bei z.B. monatlich wiederkehrenden Lieferungen bzw. Leistungen über einen längeren Zeitraum ist im Rahmen von Teilleistungen, z. B. bei Jahresverordnungen Inkontinenzhilfen, der Tag der Lieferung für die Höhe der Steuer relevant.

Wenn ein bereits genehmigtes Hilfsmittel erst im zweiten Halbjahr 2020 ausgeliefert wird, dann gilt nicht der Zeitpunkt der Genehmigung oder des Kostenvoranschlags, sondern der Zeitpunkt der Ausführung der Leistung. Der im Genehmigungsverfahren angesetzte Steuersatz ist entsprechend umzustellen.

(Quelle: FAQs der Verbände der gesetzlichen Krankenkassen zur Umsetzung der Senkung der Umsatzsteuer im zweiten Halbjahr 2020 (Stand 17.06.2020))

Hinweis: Bitte beachten Sie dazu Punkt 25 unserer FAQs!

14. Kann der Mwst.-Satz im Beleg manuell umgestellt werden? In welchen Belegen ist das möglich?

In offenen Aufträgen, Rezepten und Kostenvoranschlägen ist eine manuelle Umstellung der Mehrwertsteuer möglich. Achten Sie hierbei zunächst unbedingt im Belegkopf auf die korrekte Einstellung der Summen-Berechnung aus Netto oder Brutto und nutzen Sie im Anschluss per Rechtsklick auf der Tab Positionen das Kontextmenü „Mehrwertsteuer ändern“.

15. Wie kann ich im Beleg erkennen, welcher MwSt-Satz sich hinter V und H verbirgt?

Bewegen Sie den Mauszeiger in den Belegpositionen auf das Feld „Mwst.“, wird der eingesetzte Mwst.-Satz angezeigt.

16. Wie wird mit Teillieferungen im Auftrag verfahren?

Vermeiden Sie Teillieferungen für Dezember20/Januar21 innerhalb eines Auftrags. Für ausstehende Restliefermengen sollte ein neuer Auftrag erfasst oder aber der gesamte Auftrag im Januar 2021 geliefert werden.

17. Darf es alte und neue Mwst.-Sätze in einer Rechnung geben?

Nein, alte und neue Mwst.-Sätze dürfen sich innerhalb einer Rechnung nicht mischen. Bei der Erstellung von Sammelrechnungen findet eine automatische Splittung nach alter und neuer Mehrwertsteuer statt.

18. Wird es zum 01.07.2020 neue SaniVision-Standardformulare geben?

Die Abrechnungsformulare für $300 sind überarbeitet worden und können hier heruntergeladen werden ( 7bRgS300.rpt, 7bRgS301.rpt). Ansonsten sind bestehende Formulare, sowie Standardformulare i.d.R. dynamisch bzgl. des Mehrwertsteuersatzes aufgebaut. D.h. sie werden sich automatisch an den Beleg anpassen.

19. Wird bei eigenen Kundenformularen eine Überarbeitung notwendig? Welche technische Unterstützung kann geboten werden?

In der Regel nein, denn auch eigene Kundenformulare werden seit 2007 bzgl. der Mehrwertsteuer dynamisch entwickelt. Sollten eigene Formulare dennoch nicht umgestellt sein, kann der Formularsupport sofort helfen.

20. Sind Änderungen an den Fibu-Schnittstellen vorgenommen worden?

Sofern Ihre FiBu-Schnittstelle bereits die aktuelle Version hat, ist kein gesondertes Update bzgl. der Mehrwertsteuer-Rückumstellung notwendig. Sämtliche notwendigen Anpassungen bzgl. der Kontenerweiterung haben bereits im Zuge der Mehrwertsteuer-Senkung stattgefunden.

21. Wie regelt die SaniVision die Übertragung der unterschiedlichen Steuersätze an die Fibu-Schnittstelle?

Zum jetzigen Zeitpunkt ist davon auszugehen, dass Sie die Erlös- und Wareneingangskonten pro Warengruppe bereits zum 01.07.2020 mit dem Zusatzprogramm SaniWGKonten für alle Mehrwertsteuer-Sätze zugeordnet haben.
Somit können Sie sämtliche Buchungen für die alten und neuen Mehrsteuersätze abbilden.
Mit der SaniVision Version 172 wurden die Erlös- bzw. Wareneingangs-Konten in den Warengruppen unter dem Menüpunkt Tabellen/Spezielle Stammdaten/Artikel so erweitert, dass Sie nun die Konten für sämtliche alten und neuen MwSt.-Sätze voll und halb direkt per Dropdown einsehen und zuordnen können.

22. Wie gehe ich ab der Mehrwertsteuer-Umstellung mit Wareneingangsrechnungen um, die zu Lieferungen vor dem 01.01.2021 gehören?

Ab dem 01.01.2021 können Sie Wareneingangsrechnungen in SaniVision nur mit den neuen Mehrwertsteuer-Sätzen erfassen. Bei Übergabe der Rechnung in der Fibu-Schnittstelle (ges. Datev) können Sie angeben, ob die Rechnung mit dem alten oder neuen Mwst.-Satz übergeben werden soll. Die Korrektur des Mwst.-Satzes und des Rechnungsbetrages wird dann rückwirkend in die SaniVision geschrieben. Dazu ist im Vorfeld ein Update der Fibu-Schnittstelle notwendig! Enthält Ihre Fibu-Schnittstelle eine solche Funktion nicht oder Sie nutzen keine Schnittstelle, übergeben Sie die betreffende Papierrechnung mit einem entsprechenden Vermerk an die Buchhaltung.

23. Wie kann ich die MwSt. Sätze an meinen Ladenverkäufen, Rechnungen oder in den Belegen auswerten?

Wir haben entsprechende Auswertungsmöglichkeiten im Business Intelligence vorbereitet und stellen diese in einem gesonderten Wiki-Artikel inkl. Syntax für die Apps Belegscontrolling, Analyse Versorgungsarten und Umsatz zur Verfügung:
SVBI Auswertung der Mehrwertsteuer mittels MwSt. Satz zur Mehrwertsteuerumstellung 2020

24. Warum werden in den Rechnungen aus dem Monat Dezember 2020 oder früher bereits die neuen Mehrwertsteuersätze angezeigt?

Bei dieser Anzeige handelt es sich lediglich um einen Anzeigenfehler. Die Berechnung ist in jedem Fall korrekt. Der neue Mehrwertsteuersatz wird nur dann angezeigt, wenn der Wert null ist.

25. Wie kann ich Abrechnungszeitpunkt und Ende-Datum von Fallversorgungen gegenüberstellen, die in den Zeitraum der temporären Mwst.-Änderung fallen?

Wir stellen den neuen Statistik-Report SV_X4L_FVRg_Mwst.rpt zur Auswertung von Fallversorgungsrechnungen für den Neutraldruck/Statistikserver zur Verfügung. Dieser selektiert einen Auswertungszeitraum und stellt anhand dessen dar, welche Fälle und deren Rechnungen enden oder beginnen. Mit dieser Auswertung können Sie nachträglich analysieren, welche Fälle mit 7/19% vor dem 01.07.2020 abgerechnet wurden, aber im letzten halben Jahr endeten sowie im umgekehrten Fall, welche Fälle im letzten halben Jahr mit 5/16% abgerechnet wurden, aber erst nach dem 01.01.2021 enden. Es handelt sich um eine Auswertung für den Export nach Excel.
File:SV_X4L_FVRg_Mwst.rpt